Regenerative Medizin bei Multipler Sklerose: Können Stammzellen den Krankheitsverlauf wirklich verändern?

Date: Juli 2026

Процес регенерації та відновлення мієлінової оболонки нерва за допомогою мезенхімальних стовбурових клітин (МСК) при розсіяному склерозі

Warum ist Multiple Sklerose (MS) so schwer zu behandeln?

Die Multiple Sklerose (MS) bleibt eine der komplexesten Autoimmunerkrankungen des Nervensystems, die ohne Behandlung relativ schnell zu Invalidität und zum Tod führt. MS verursacht eine dauerhafte Neuroinflammation im Körper, das Absterben von Oligodendrozyten, die Degeneration von Axonen sowie eine fortschreitende Hirnatrophie.

In der Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) dominierte lange Zeit ein einziger Ansatz: das Immunsystem daran zu hindern, das Myelin (die Schutzhülle der Nervenfasern) zu zerstören. Die traditionelle hochaktive Therapie ist jedoch nicht immer in der Lage, die Autoimmunprozesse maßgeblich zu beeinflussen, und kann bereits Verlorenes nicht wiederherstellen. Sie kann bereits geschädigte Hirnareale nicht reparieren, weshalb Patienten mit progredienten Verlaufsformen der Erkrankung weiterhin ihre Arbeitsfähigkeit verlieren.

Aus diesem Grund ist das Interesse an Stammzellen – insbesondere solchen aus Nabelschnurblut, Nabelschnurgewebe, Plazenta und Fettgewebe – in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Ihr Vorteil liegt in der Fähigkeit, das Immunsystem zu beeinflussen, Entzündungen zu hemmen, natürliche Gewebereparaturprozesse zu stimulieren und ein günstiges Umfeld für die Remyelinisierung zu schaffen.

Warum wirken Stammzellen bei Multipler Sklerose?

Entgegen einem weit verbreiteten Mythos verwandeln sich die verabreichten Stammzellen nicht direkt in neue Neuronen. Ihre Wirkung ist weitaus feiner und effektiver. Sie arbeiten als „intelligente Biofabrik“:

  • Homing-Effekt (Zielsteuerung): Nach der Verabreichung besitzen Stammzellen, insbesondere mesenchymale stromale Zellen (MSCs), die Fähigkeit, direkt in die geschädigten Bereiche und chronischen Entzündungsherde im Körper zu migrieren.
  • Neuroprotektion und Regeneration (parakriner Effekt): Die Zellen setzen spezielle Signalmoleküle frei (Exosomen, Zytokine, Wachstumsfaktoren wie BDNF und GDNF). Diese regen die körpereigenen, ruhenden Stammzellen an, sich in reife Oligodendrozyten zu verwandeln, welche die freiliegenden Nerven mit einer neuen Myelinschicht umschließen.
  • Immunprogrammierung: Stammzellen haben zudem eine immunmodulatorische Wirkung. Sie verändern das Verhalten aggressiver Immunzellen, senken die Aktivität von Entzündungsmediatoren und stimulieren die Bildung von regulatorischen T-Zellen (Tregs), den natürlichen „Friedensstiftern“ des Immunsystems.

Analyse der Zellquellen und erfolgreiche klinische Studien

Die moderne regenerative Medizin nutzt verschiedene Quellen für zelluläres Material. Jede Quelle hat ihre eigenen biologischen Eigenschaften, Vorteile und eine fundierte klinische Basis.

Am wertvollsten sind natürlich Stammzellen, die aus Nabelschnurblut, Nabelschnurgewebe und der Plazenta gewonnen werden. Diese Zellen sind nicht nur am aktivsten, sondern auch am sichersten. Sie kamen weder mit den meisten Viren noch mit den Folgen des „Erwachsenenlebens“ oder altersbedingten Mutationen in Kontakt.

Eine weitere beliebte Kategorie sind mesenchymale stromale Zellen (MSCs), die aus dem eigenen Fettgewebe oder Knochenmark des Patienten oder eines gesunden, jungen Verwandten gewonnen werden.

Nabelschnur-MSCs (UC-MSCs) – Die beliebtesten Zellen zur Behandlung von Multipler Sklerose

Diese Zellen werden aus dem Gewebe der Nabelschnur (insbesondere dem sogenannten Wharton-Sülze) isoliert. Da dieses Material unmittelbar nach der Geburt eines gesunden Kindes entnommen wird, sind die Zellen biologisch am jüngsten, aktivsten und sichersten.

Warum sie wirken: Sie besitzen ein enormes Teilungspotenzial und die stärkste immunmodulatorische Wirkung. Sie lösen keine Abstoßungsreaktion im Körper des Empfängers aus, was ihren Einsatz bei jedem Patienten ohne genetische Anpassung ermöglicht.

Studien:

  • In einer im Fachjournal Stem Cell Research & Therapy veröffentlichten klinischen Studie wurden 20 MS-Patienten über 7 Tage hinweg täglich 20 Millionen Nabelschnur-MSCs verabreicht. Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Verbesserung der Werte auf der EDSS-Bebehinderungs-Skala, eine Verbesserung der Feinmotorik und der kognitiven Funktionen sowie eine Stabilisierung oder Verkleinerung der Läsionen im MRT während eines einjährigen Beobachtungszeitraums, was zu einer allgemeinen Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität führte (weitere Details im Bericht auf PubMed Central).
  • Eine Übersicht wichtiger Studien zeigt, dass die Therapie mit Nabelschnur-MSCs ein gutes Sicherheitsprofil aufweist, Defekte der regulatorischen T-Zellen (Tregs) bei MS-Patienten vollständig beheben kann und so das Niveau der aggressiven Entzündung senkt (Link zur Studie).

Plazenta-MSCs (PLMSCs) – Energetische Immunmodulatoren

Die Plazenta ist eine weitere reiche und ethisch unbedenkliche Quelle für mesenchymale stromale Zellen. Die Wirkung von Plazenta-MSCs ähnelt der von Nabelschnur-MSCs und kann eine hervorragende Alternative zu diesen darstellen.

Warum sie wirken: Plazentare MSCs exprimieren eine hohe Anzahl an Markern (wie z. B. CD106 und PD-L1/2), die die Vermehrung aggressiver T-Lymphozyten effektiv blockieren und die Gewebeheilung stimulieren.

Studien:

Eine der interessantesten Arbeiten aus dem Jahr 2025 war eine klinische Pilotstudie zur Anwendung von Plazenta-MSCs bei Patienten mit sekundär-progredienter Multipler Sklerose. Die Hauptergebnisse:

  • Die Therapie wurde gut vertragen;
  • Es wurden keine schwerwiegenden Komplikationen registriert;
  • Bei einem Teil der Patienten stabilisierte sich der neurologische Status.

Obwohl die Studie nur fünf Patienten umfasste, war sie ein wichtiger Schritt bei der Erforschung von Plazenta-MSCs speziell bei progredienten Formen der MS (Studie lesen).

Eine Sicherheitsstudie eines US-amerikanischen Produkts auf Basis von Plazentazellen (PDA-001) bestätigte ebenfalls die gute Verträglichkeit und die Stabilisierung des neurologischen Status bei Patienten mit aktiven Formen von MS (Link zu PubMed).

Fettgewebe-MSCs (AD-MSCs) – Die körpereigenen Ressourcen des Patienten

Diese Zellen werden mittels einer sicheren Mini-Liposuktion aus dem eigenen Unterhautfettgewebe des Patienten gewonnen.

  • Besonderheiten: Fettgewebe enthält ebenso wie das Knochenmark mesenchymale stromale Zellen (MSCs). Da es sich um körpereigene (autologe) Zellen des Patienten handelt, ist das Risiko von Immunreaktionen, Abstoßung oder Infektionen praktisch ausgeschlossen.
  • Einschränkungen: Die Aktivität von MSCs aus Fettgewebe hängt jedoch direkt vom Alter und dem Gesundheitszustand des Patienten ab. Das Vorliegen eines Autoimmunfaktors verringert die Effizienz der Behandlung mit autologen MSCs ebenfalls erheblich.

Studien:

Eine klinische Studie der Phase I/IIa bestätigte die Sicherheit und erste Anzeichen der Wirksamkeit der Anwendung frischer autologer MSCs aus Fettgewebe bei Patienten mit sekundär-progredienter MS (weitere Details auf PMC).

Nabelschnurblut (UCB) – Systemische Neuausrichtung

Nabelschnurblut enthält einen einzigartigen Cocktail aus hämatopoetischen (blutbildenden) Zellen, jungen Immunzellen, mesenchymalen stromalen Zellen und regulatorischen Faktoren.

Wie Nabelschnurblut wirkt: Es hilft, das Immungleichgewicht neu einzustellen, wodurch die systemische Neuroinflammation reduziert und eine günstige Basis für die Regeneration geschädigter Nerven geschaffen wird. Zudem verstärkt es die Wirkung mesenchymaler stromaler Zellen (MSCs) in kombinierten Protokollen.

Welche Behandlung für Multiple Sklerose ist in der QR-CLINIC verfügbar?

Unsere enge Zusammenarbeit mit dem Hightech-Biotechnologie-Komplex „Hemafund“ stellt sicher, dass alle zellulären Produkte einer mehrstufigen Laborkontrolle auf Reinheit, Lebensfähigkeit und Sterilität unterzogen werden. Dadurch ist die QR-CLINIC in der Lage, modernste klinische Therapieprotokolle unter Verwendung verschiedener Stammzelltypen anzuwenden.

Am häufigsten verwenden wir eine kombinierte oder sequentielle Therapie mit mesenchymalen stromalen Zellen (MSCs) aus der Nabelschnur oder Plazenta, angereichert mit Nabelschnurblutzellen oder Exosomen. Für einen Teil der Patienten ist auch die Verwendung eigener Stammzellen aus Fettgewebe oder Knochenmark möglich.

Nach einer eingehenden Analyse der Anamnese des Patienten und der Bewertung seines aktuellen Zustands wählt der Arzt ein individuelles Behandlungsprotokoll aus. Die Stammzellen werden in die Blutbahn injiziert; eine zusätzliche Verabreichung intramuskulär oder intrathekal (in den Spinalkanal) ist ebenfalls möglich.

Die Geschichte unserer Patientin

Perspektive und Fazit für Patienten und Ärzte

Die regenerative Stammzelltherapie schlägt ein neues Kapitel in der Behandlung der Multiplen Sklerose auf. Klinische Studien bestätigen: Die Verwendung von Nabelschnur-, Plazenta- und Fettgewebe-MSCs ist sicher und in der Lage, das unaufhaltsame Fortschreiten der Krankheit zu stoppen, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und verlorene neurologische Funktionen wiederherzustellen.

Heute bewegt sich die Medizin hin zu einem kombinierten Ansatz. Am vielversprechendsten ist die Kombination aus klassischer immunsuppressiver Therapie (zur schnellen Eindämmung akuter Schübe) und einer anschließenden zellulären Therapie (um die direkte Regeneration des Myelins einzuleiten und das Gehirn zu schützen).

Für die Patienten unserer Klinik ist dies eine Chance, die Krankheit nicht nur zu verlangsamen, sondern ihrem Nervensystem die biologische Ressource für eine Erholung und ein aktives Leben zurückzugeben.

Möchten Sie erfahren, welches Zelltherapie-Protokoll für Ihren individuellen Fall am besten geeignet ist? Vereinbaren Sie noch heute einen Online-Beratungstermin mit einem Neurologen der QR-CLINIC. Wir werden Ihre Krankengeschichte detailliert analysieren und einen persönlichen regenerativen Behandlungsplan für Sie erstellen.

Häufig gestellte Fragen zur Stammzelltherapie bei Multipler Sklerose

Kann Multiple Sklerose mit Stammzellen vollständig geheilt werden?

In der weltweiten medizinischen Praxis gilt die Multiple Sklerose (MS) derzeit als chronische Erkrankung, die nicht ein für alle Mal vollständig geheilt werden kann. Klinische Studien und die Erfahrungen der Patienten der QR-CLINIC zeigen jedoch, dass signifikante Ergebnisse bei der Stabilisierung des Zustands erzielt werden können:

  • Das Fortschreiten der Krankheit für einen gewissen Zeitraum stoppen oder erheblich verlangsamen.
  • Den natürlichen Prozess der Regeneration geschädigter Nervenhüllen anstoßen.
  • Verlorene Funktionen teilweise wiederherstellen (Verbesserung von Koordination, Sensibilität, Sehkraft, Reduzierung von Spastiken und chronischer Müdigkeit) und Lebensqualität zurückgeben.
  • Die Einnahme aggressiver Medikamente, Hormone und Schmerzmittel reduzieren.

Wie sicher ist eine Stammzellbehandlung? Besteht das Risiko einer Tumorbildung?

Wir verwenden die sichersten und effektivsten Stammzellen, die nur minimalen Laborberührungen unterzogen wurden – Nabelschnurblutzellen, MSCs aus der Nabelschnur, der Plazenta oder dem eigenen Fettgewebe. Unsere Spezialisten bewerten sorgfältig den Zustand jedes Patienten, mögliche Risiken und individuelle Kontraindikationen für eine Zelltherapie.

Unsere enge Zusammenarbeit mit dem Hightech-Biotechnologie-Komplex ‚Hemafund‘ stellt sicher, dass alle zellulären Produkte einer mehrstufigen Laborkontrolle auf Reinheit, Lebensfähigkeit und Sterilität unterzogen werden.

Wie genau werden Stammzellen bei Multipler Sklerose verabreicht?

Die Art der Verabreichung wird vom Arzt je nach Stammzelltyp sowie auf Basis des MRT-Bildes und der Symptomatik festgelegt:

  • Intravenös (Infusion): Die Zellen gelangen in den systemischen Kreislauf und wandern dank des „Homing-Effekts“ selbstständig zu den Entzündungsherden im Körper, wo sie die allgemeine Autoimmunaktivität senken.
  • Intrathekal (Injektion in den Spinalkanal): Die Zellen werden direkt in den Liquor (Rückenmarksflüssigkeit) eingebracht. Dies ist der effektivste Weg, um die maximale Konzentration an MSCs unter Umgehung der Blut-Hirn-Schranke direkt an die betroffenen Bereiche des Gehirns und Rückenmarks zu liefern.
  • Intramuskulär: Kann als ergänzende Methode eingesetzt werden, um die Wiederherstellung der lokalen Leitfähigkeit zu stimulieren und den Muskeltonus zu verbessern.

Wie schnell sind Ergebnisse sichtbar und wie lange hält die Wirkung an?

Erste Verbesserungen (Verringerung der Müdigkeit, Verbesserung des psycho-emotionalen Zustands, der Sensibilität) bemerken Patienten aufgrund der stark entzündungshemmenden Wirkung der Zellen oft schon in den ersten Wochen nach der Verabreichung.

Die Prozesse zur Wiederherstellung der Myelinschicht (Remyelinisierung) sind langwieriger und nehmen 3 bis 6 Monate in Anspruch. Die Ergebnisse der Therapie werden vom Arzt durch Kontroll-MRTs und Bewertungen auf der EDSS-Skala dynamisch überwacht. Der erzielte Stabilisierungseffekt kann ein bis mehrere Jahre anhalten, wonach die Zelltherapie bei Bedarf wiederholt werden kann.

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