Diabetes mellitus Typ 2, diabetische Polyneuropathie, Trigeminusneuralgie

Patient: weiblich, 65 Jahre alt.

Date: Oktober 2021

Patientenprofil und Hauptbeschwerden

  • Starke, akute rechtsseitige Gesichtsschmerzen, die hochgradig charakteristisch für einen akuten Anfall von Trigeminusneuralgie sind.
  • Anhaltende Schmerzen und Parästhesien (Taubheitsgefühl und „Ameisenlaufen“) in den unteren Gliedmaßen, was auf eine fortschreitende diabetische Polyneuropathie hinweist.
  • Schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel, der trotz einer medikamentösen Basistherapie konstant bei Werten von  8–9 mmol/l lag.

Abb.1. Peripherer Block des Trigeminusnervs (zweiter Ast) mit allogenen Stammzellen aus der Nabelschnur.

 

Erstuntersuchung und neurologischer Status

Vor Beginn der Zelltherapie wurde die Patientin einer umfassenden Untersuchung unterzogen, um die Ausgangswerte zu dokumentieren:

  • Allgemeinzustand: Bei vollem Bewusstsein und orientiert. Glasgow-Coma-Scale (GCS) = 15/15 Punkte.
  • Sehnenreflexe: Symmetrisch an den oberen und unteren Extremitäten ().
  • Muskelkraft: Obere Extremitäten erreichten 5/5 Punkte auf der MRC-Skala (normal); an den unteren Extremitäten lag die Muskelkraft aufgrund neuropathischer Komplikationen bei 4/5 Punkten auf der MRC-Skala.
  • Schmerzintensität: Auf der Visuellen Analogskala (VAS) wurde der Schmerz mit 8 von 10 Punkten bewertet, was einem starken, quälenden Schmerz entspricht.
  • MRT des Gehirns (Kernspintomografie): Ohne Befund. Es wurden keine strukturellen Veränderungen oder organischen Anomalien festgestellt, die einen mechanischen Druck auf den Nerv erklären könnten.

Behandlungsprotokoll: Stammzelltherapie (QR Clinic)

Nach einer fachärztlichen Konsultation wurde die Anwendung von mesenchymalen Stammzellen (MSCs) aus der Nabelschnur als begleitende Therapie beschlossen. Das Protokoll umfasste zwei Verabreichungswege:

Systemische Therapie: Eine intravenöse (IV) Infusion allogener mesenchymaler Stammzellen (MSCs) aus der Nabelschnur. Ziel war es, eine systemische entzündungshemmende Wirkung zu erzielen, die Mikrozirkulation zu verbessern und die Regeneration der insulinproduzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse anzuregen.

Lokale Therapie: Eine periphere Leitungsanästhesie (Blockade) des zweiten Astes (V2) des Trigeminusnervs mit lokaler Gabe allogener Nabelschnur-Stammzellen. Ziel war die direkte Regeneration der Myelinscheide des Nervs, die Hemmung der lokalen Nervenentzündung und eine rasche Schmerzlinderung.

Behandlungsergebnisse und Verlauf (Nachuntersuchung nach 4 Monaten)

Bei der Kontrolluntersuchung nach vier Monaten zeigte die Patientin in allen wichtigen Bereichen eine deutliche gesundheitliche Verbesserung:

  • Schmerzlinderung: Die Schmerzintensität auf der VAS-Skala sank drastisch von 8 auf 3 Punkte. Die Trigeminusneuralgie-Anfälle wurden deutlich seltener und spürbar schwächer.
  • Verbesserte Blutzuckerkontrolle: Der Nüchternblutzucker stabilisierte sich im Bereich von 6–7 mmol/l (im Vergleich zu den Ausgangswerten von  8–9 mmol/l), was auf eine verbesserte Insulinempfindlichkeit des Körpers hinweist.
  • Neurologische Erholung: Die Patientin berichtete über ein deutliches Nachlassen der Beschwerden in den Beinen. Die Muskelkraft der unteren Extremitäten normalisierte sich vollständig auf 5/5 Punkte auf der MRC-Skala. Der GCS-Wert blieb stabil bei 15.

Weitere Empfehlungen und Langzeitbeobachtung

Die Patientin erhielt individuelle Empfehlungen zur unterstützenden Therapie und Lebensweise. Um die langfristige Wirksamkeit dieser regenerativen Methode zu überwachen, sieht das Protokoll Kontrolluntersuchungen nach 6 und 12 Monaten nach der Behandlung vor.

Häufig gestellte Fragen (FAQ): Stammzelltherapie bei Diabetes Typ 2

Kann eine Stammzelltherapie Diabetes Typ 2 vollständig heilen?

Antwort: Nein, nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand bietet die regenerative Medizin keine dauerhafte, vollständige Heilung von Diabetes Typ 2. Klinische Studien zeigen jedoch, dass die Gabe von mesenchymalen Stammzellen (MSCs) zu einer langfristigen klinischen und labormedizinischen Remission führen kann. Dies äußert sich in einer stabilen Senkung des HbA1c-Wertes (Langzeitblutzucker), einem verringerten Bedarf an Medikamenten (oder Insulin) und einer Verlangsamung oder dem Stoppen von Folgeerkrankungen wie Neuropathie oder Retinopathie.

Wie genau helfen Stammzellen bei Diabetes Typ 2?

Antwort: Bei Diabetes Typ 2 wirken Stammzellen über drei Hauptmechanismen:

  • Senkung der Insulinresistenz: Die Zellen schütten entzündungshemmende Zytokine aus, die chronische Entzündungen im Körper reduzieren und die Empfindlichkeit der Gewebe für das körpereigene Insulin wiederherstellen.
  • Schutz der Bauchspeicheldrüse: Die Therapie fördert die Regeneration und den Schutz der insulinproduzierenden -Zellen (Betazellen) in den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse vor weiterem Abbau.
  • Regeneration von Gefäßen und Nerven: MSCs regen die Angiogenese (Bildung neuer Blutgefäße) an, was die Durchblutung verbessert und bei der Reparatur geschädigter Nervenfasern hilft.

Welche Stammzelltypen sind am sichersten und effektivsten?

Antwort: Gemäß internationalen Richtlinien gelten mesenchymale Stammzellen aus der Nabelschnur (UC-MSCs) als Goldstandard für Wirksamkeit und Sicherheit. Sie besitzen ein extrem hohes Regenerationspotenzial. Zudem sind sie „immunprivilegiert“, was bedeutet, dass der Körper des Empfängers sie nicht als fremd erkennt. Dadurch besteht kein Risiko einer Abstoßung oder schwerer Nebenwirkungen.

Klinische Studien und wissenschaftliche Belege

  • Studie im Fachjournal Stem Cell Research & Therapy: Klinische Multicenter-Studien haben gezeigt, dass die intravenöse Gabe von UC-MSCs bei Patienten mit Diabetes Typ 2 die Funktion der Betazellen signifikant verbessert und den HbA1c-Wert senkt (Beobachtungszeitraum von 12 bis 24 Monaten, bei hervorragender Verträglichkeit).
  • Metaanalyse in Frontiers in Endocrinology: Eine systematische Auswertung zahlreicher klinischer Studien bestätigt, dass die Stammzelltherapie äußerst sicher ist und die besten Ergebnisse erzielt, wenn sie zu einem Zeitpunkt begonnen wird, an dem die Bauchspeicheldrüse noch über eine eigene Insulin-Restproduktion verfügt.

Beratung anfordern

Füllen Sie einfach den Antrag aus und einer unserer Spezialisten wird Sie per E-Mail, Telefon oder auf einem anderen für Sie bequemen Weg kontaktieren. Wir beantworten gerne alle Ihre Fragen und stellen Ihnen die nötigen Informationen zur Verfügung.



    Icon

    Ihre Anfrage wird gesendet

    Wir werden Sie in 30 Minuten kontaktieren

    Image